Tour de Ski: Axel Teichmann, Jens Filbrich und Co. vor Heimspiel
Zwei Routiniers ringen mit neuen Trainingsmethoden um die Rückkehr in die Weltspitze, ein junger Athlet kämpft gegen eine rätselhafte Krankheit: Während Ex-Weltmeister Axel Teichmann und Jens Filbrich mit dem früheren Biathlon-Bundestrainer Frank Ullrich an der Seite seit dem Sommer neue Wege gehen, hat Tim Tscharnke offenbar vor der Saison im Urlaub in der Türkei verunreinigtem Alkohol zu sich genommen - mit langfristigen Folgen.
Oberhof. "Das ist wahrscheinlich der Grund, warum ich immer wieder krank werde. Wenn ich gerade angefangen habe zu trainieren, gibt es einen Rückschlag und ich fühle mich schlapp", sagt der olympische Silbermedaillengewinner von Vancouver, der nun aber endlich auf den Durchbruch hofft.
Darauf setzt auch Jens Filbrich. "Der Abstand zur Weltspitze ist sehr gering, auch wenn die Ergebnisse von den Zahlen her nicht so optimal sind", sagt der 32 Jahre alte Sportsoldat vom SV Eintracht Frankenhain, dessen beste Platzierung in diesem Winter bislang Rang 18 beim jüngsten Rennen im slowenischen Rogla ist. Flibrich trainiert wie Teichmann und sein Teamkollege Tobias Angerer aus Vachendorf in der sogenannten Ü 30-Gruppe nach eigenen Plänen und wird von Frank Ullrich beraten. Der einstige Biathlon-Bundestrainer aus Suhl bittet um Geduld und unterstreicht, dass es einen kurzfristigen Erfolg nicht geben könne. "Die Drei sind völlig neue Wege gegangen, haben all das über den Haufen geworfen, was sie seit Jahren gemacht haben. Und sie haben hart gearbeitet, wahrscheinlich härter als je zuvor", wurde Ullrich zu Beginn der Saison in den Medien zitiert. Teichmann, Filbrich und Angerer haben das Höhentraining intensiviert. "Das muss der Körper erstmal verkraften", sagt Ullrich.
Auch Axel Teichmann fordert Geduld. Akribisch hat er sich auf die Tour de Ski vorbereitet und ganz bewusst auf den letzten Weltcup des Jahres in Rogla verzichtet. Der zweifache Weltmeister schaffte in Davos mit Rang 28 im 30-km-Rennen seine bislang beste Platzierung und blieb gleich in der Schweiz, um dort zu trainieren. Sein Resultat von Davos wollte er aber nicht allein an den neuen Trainingsmethoden festmachen. "Beim letzten Rennen zum Beispiel habe ich vor allem in den Abfahrten Zeit verloren. Das lag weniger am Training, eher am Material", sagt der 32 Jahre alte Langläufer aus Bad Lobenstein.
Für Jens Filbrich und seine Teamkollegen soll die Tour de Ski die Rückkehr in die Erfolgspur bringen. "Plätze unter den Top 15 sollten das Ziel sein", sagt der Thüringer vor dem Prolog am kommenden Donnerstag. Tim Tscharnke hat seine Ziele weitaus niedriger angesetzt. "Ich hoffe einfach mal, dass ich endlich drei Woche am Stück ordentlich trainieren und Wettkämpfe bestreiten kann", sagt der 22-Jährige.
Für die deutschen Langläufer gilt in einem Winter ohne WM und Olympia die neun Rennen umfassende Tour de Ski als Saisonhöhepunkt. Vor zwei Jahren lief Axel Teichmann beim Tour-Start auf seiner Heimstrecke am Grenzadler sogar auf das Podest und wurde Dritter. Dafür hat er vor Weihnachten hart an sich gearbeitet. Der Sportsoldat aus Bad Lobenstein versprüht viel Selbstbewusstsein. "Für mich steht fest, dass ich bei der Tour bessere Ergebnisse erzielen werde, als bisher im Weltcup", und fügt angesichts manch kritischer Stimmen fast schon trotzig an: "Ich werde meinen Weg konsequent weitergehen."

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