Langlauf mit Fibs und Co.

Der Gosseler Spitzensportler Jens Filbrich ist einer der Tippgeber für die Langlaufbroschüre des Regionalverbundes Thüringer Wald. Foto: Sascha Fromm
Ilmkreis. Frühlingsluft. Von Schnee weit und breit keine Spur. Aber nur im Flachland. Entlang des Rennsteiges bieten sich auch in diesen Tagen reichlich Möglichkeiten, um die Langlaufski anzuschnallen und sich in die Loipe zu begeben. 200 Kilometer davon bietet der Thüringer Wald im Idealfall, dazu kommen etwa 1100 Kilometer Skiwanderwege. Aber wer weiß das schon?
Südthüringen. Biathlon, Skispringen, Nordische Kombination, Bob- und Rodelsport. Mit diesen Winter-sportarten warb der Thüringer Wald bisher. "Jetzt starten wir erstmals die aktive Bewerbung des Langlaufsports in der Region", kündigte Marietta Schlütter, Chefin des Regionalverbundes Thüringer Wald, dessen neueste Broschüre an.
Die liegt nun druckfrisch vor und wird in diesen Tagen in die Tourist-Informationen der Region geliefert.
Die Grundlage der Empfehlungen bietet der 169,3 Kilometer lange Rennsteig-Skiwanderweg. Entlang dieser einmaligen Route werden 25 Strecken vorgestellt.
Nicht durch irgendwen, sondern durch Thüringens beste Langläufer Jens Filbrich, Tim Tscharnke, Franz Göring und Axel Teichmann. Aber nicht nur die Idee, die heimischen Leistungssportler ihre Lieblingsstrecken präsentieren zu lassen, ist lobenswert. Sondern auch die Tatsache, dass man alle Strecken an der Perforation aus der Broschüre heraus trennen und mit auf die Strecke nehmen kann. Allerdings sind die Blätter so weit bis zum Rand bedruckt, dass eine Abheftung für die weitere Nutzung erschwert ist.
Von Parkplatzempfehlungen über das Höhenprofil und die Streckenkarte bis hin zu gastronomischen Empfehlungen und Hinweisen auf Besonderheiten entlang der Strecke bietet jedes Tourenblatt eine gute Basis für die Planung und Übersicht für unterwegs - auch wenn der gewählte Kartenmaßstab von 1:50 000 grenzwertig erscheint. Irritierend sind im ersten Moment die Farbangaben bei den Schwierigkeitsgraden in der Beschreibung, die sich auf den Kartenausschnitten nicht wiederfinden. Sie entsprechen jedoch mit blau (leicht) über rot (mittel) bis schwarz (schwer) den DIN-Anforderungen für die Klassifizierung von Strecken, wie man sie aus dem alpinen Skisport kennt.
Dass es den menschlichen Aushängeschildern des Langlaufsports Spaß gemacht hat, ihren Beitrag zur Broschüre zu leisten, kann man lesen. Die leutseligen Tipps der Spitzensportler wissen zu gefallen. Die reichen bis zu der womöglich nicht ganz freiwilligen Komik, dass Axel Teichmann in Ernstthal die Glühweinloipe beschreibt, zu deren Start man am besten das Auto am Skifahrerdenkmal parken solle. Und vielleicht auch dort stehen lassen, damit nach dem Genuss innerlicher Erwärmungen nicht auch der eigenen Fahrerlaubnis ein Denkmal gesetzt werden muss.
"Wir konnten unsere Leistungssportler für dieses Projekt gewinnen. Ohne große Verträge oder Bezahlung standen uns die Jungs zur Verfügung. Dafür sind wir sehr dankbar", sagt Marietta Schlütter.
Wer sich übrigens wundern sollte, dass der Gosseler Jens Filbrich - oder kurz der Fibs - keine Strecken aus seiner näheren Umgebung beschreibt: sein Geburtsort ist Suhl, seine Lieblingsloipen liegen zumeist im westlichen Thüringer Wald, der Heimat seiner Großeltern. Dafür stellt Frank Göhring mit den Strecken um den Schneekopf, Ilmenau-Schmücke und rund um den Eisenberg in Schmiedefeld klar, dass es auch im Ilmkreis Gelegenheit für Langlaufvergnügen vom Feinsten gibt.

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