Freies Wort: Rennsteiglauf

Datum: Dienstag 11. Mai 2010 / Kategorie: Presse

Diese 38. Auflage des Kammweg-Klassikers wurde für die Läufer unserer Region eine ganz besonders erfolgreiche.

Schmiedefeld - Natürlich ragten die Gesamtsiege von Juliane Totzke im Halbmarathon und Alexander Fritsch (bd. LSV Lok Arnstadt) im Marathon heraus. Aber es gab noch weitere Top-Platzierungen von Rennsteigläufern aus Vereinen und Orten zwischen Altenfeld und Bechstedt-Wagd.

Johanna Schreiers Silberplatz

Jubeln konnte vor allem Johanna Schreier (Motor Arnstadt). Drei Minuten schneller musste die Ärztin den Marathon laufen, um ihren Vorjahresplatz drei zu versilbern. Und Petra Knoblich (Arnstadt), die als W-45-Zweite in 3:41:46 fast ebenso schnell war wie im Vorjahr, bedankte sich bei ihr: "Sie ist meine zuverlässige Trainingspartnerin, mit der ich mich auch auf diesen Marathon vorbereitet habe. Vielleicht versuche ich es im nächsten Jahr mit dem Supermarathon." Bronze in der W45 holte Carola Rudorfer (Ilmenau, 3:42:23). Zu den Frauen, die kaum einen Rennsteiglauf auslassen, gehören auch die Marathon-35. Gabi Thiele (WSV Ilmenau, 3:58:19) und Elke Kuhn (Manebach, 4:11:17, Gesamtrang 70).

Für Marcel Bräutigam (Eintracht Frankenhain) hatte sich die zielgerichtete Vorbereitung auf den Marathon gelohnt: Der 22-Jährige erkämpfte mit der persönlichen Bestzeit von 2:46:07 Stunden Platz drei der Gesamtwertung. "Über acht Minuten schneller als im Vorjahr - das ist ja unglaublich!", so die erste Reaktion des Polizeibeamten im Ziel. "Bis zum Kilometer 35 habe ich mich am erfahrenen Jan Burzik aus Jena orientiert, der hatte ja 1999 den Halbmarathon gewonnen. Und weil ich dann noch locker war, habe ich ab Frauenwald das Tempo forciert."

Grund zur Freude hatte auch André Fischer (LSV Lok Arnstadt), der in 2:50:29 h fast zehn Minuten schneller als 2009 war. "Einfach super", so Fischer, "auch wenn das nur zu Platz sechs gereicht hat. Jetzt freue ich auf die Mountainbike-Transalp-Tour." Der nächste Marathon steht bei dem Physikstudenten im Oktober in Frankfurt auf dem Programm.

Überglücklich feierte Wolf Jurkschat (LG Frauenwald) seine Rennsteiglauf-Marathon-Premiere. "Ich wollte so um die 3:20 Stunden laufen", meinte der 35-Jährige, der auf Gesamtplatz 25 einkam. "Dass ich nun mit 3:01:51 fast die Drei-Stunden-Grenze geknackt habe, übertrifft alle Erwartungen."

Den Marathon wie 1998 und 2000 noch einmal zu gewinnen, das hält Steve Lambeck (TU Ilmenau) mittlerweile für utopisch. Trotzdem erreichte der 39-Jährige bei seinem 20. Marathon nach 3:13:40 h als Achter der M 35 das Ziel und versprach: "Im nächsten Jahr, zum 40. Geburtstag, werde ich zum ersten Mal den Supermarathon in Angriff nehmen."

Diese "Super-Erfahrungen" hat Jörg Ahrndt (LG Frauenwald schon dreimal durchlebt, so stieg er wieder auf Marathon um. Mit seinen 3:12:35 h war der Hotelier aber gar nicht zufrieden: Ihn hatte eine schmerzhafte Zerrung geplagt.

"Vorhaben geschafft", hieß es für Sebastian Bergmann (TU Ilmenau), der bei seiner Marathon-Premiere unter drei Stunden bleiben wollte. In 2:58:59 sicherte sich der Orientierungsläufer als Neunter sogar noch einen Top-Ten-Platz in der Männer-Hauptklasse.

Philipp Horns Jugend-B-Sieg

Zweitbeste Ilmkreis-Läuferin im Halbmarathon nach Juliane Totzke war Susanne Koburger. Die Arnstädterin wurde in 1:34:46 Zweitbeste der Frauen-Hauptklasse und auch Zweite in der Studentenwertung.

Wie Marcel Bräutigam bereitet sich auch Vereinskollege Steffen Jabin auf die Sommerbiathlon-EM in der Slowakei vor. Jabin entschied sich aber für den Halbmarathon und erreichte nach 1:16:24 h als Gesamtachter das Ziel. So richtig zufrieden war er aber nicht: "Ich hatte mit den Anstiegen so meine Probleme."

Zum ersten Mal dabei war Thomas Kühlmann (TU Ilmenau) und belegte in 1:20:45 h den 15. Rang der M 20. "Die Anstiege habe ich gut gemeistert. Da kann beim Kickelhahn-Berglauf am 19. Mai einiges gehen", so der 20-jährige Mechatronik-Student. Noch unter den Top-50 platzierten sich die Vereinskollegen Alexander Kriegel als 29. (1:21:18) und Orientierungsläufer Florian Bergmann als 32. (1:21:59).

Nachwuchs-Biathlet Philipp Horn (Eintracht Frankenhain) gewann mit seinen 1:22:52 sogar seine Altersklasse Jugend B. Schnellster Halbmarathoni vom Ilmenauer Dream-Team war Dennis Zelle mit seinen 1:26:48. "Ich war jetzt fünf Mal beim Halbmarathon dabei", erklärte er. "Im nächsten Jahr werde ich den Marathon in Angriff nehmen." Der Rennsteiglauf sei sowieso viel attraktiver und sportlich erlebnisreicher als etwa der Berlin-Halbmarathon. "Ich war heute, auf diesem Geländekurs, mit meinen in 1:42:21 schneller als in Berlin", erklärte Monique Zelle und freute sich über ihren 2. Platz in der W 45. "Deshalb werde ich 2011 erstmals Marathon laufen." Insgesamt acht Läufer hatte die Truppe mit dem auffallenden Namen auf dem Kammweg dabei.

Schwere letzte Kilometer

Noch vor Monique Zelle erreichte Bianca Mösch (LG Frauenwald) das Ziel, kam mit 1:41:57 auf Rang fünf in der W 30. Nils Ahrndt (LG Frauenwald) bestand seine Supermarathon-Premiere in 8:07:35. Besonders schwer waren ihm die letzten acht Kilometer gefallen, dafür benötigte er eine Stunde. Am Ende wurde es Rang 170 seiner Altersklasse. scw