Freies Wort: Neuer Steuermann im KHW-Bob
Der traditionsreiche Thüringer Schlittenhersteller KHW hat einen neuen Chef: den ehemaligen Suhler Oberbürgermeister Martin Kummer. Der Schritt in die Wirtschaft sei ihm nicht schwer gefallen, sagt er: Der neue KHW-Chef, der einstige Suhler Oberbürgermeister Martin Kummer. Geschwenda - Martin Kummer springt von seinem Bürostuhl auf und greift sich die Hälfte eines in der Mitte zerteilten Kunststoffschlittens: "Hier den vorderen Teil hat der TÜV bemängelt. Da mussten wir das Werkzeug nacharbeiten, um eine dickere Wandstärke zu erreichen. Als Spielwarenhersteller haben wir besonders hohe Anforderungen bei allen Fragen der Sicherheit und beim Material zu erfüllen." Das klingt glaubhaft. Hierauf werde er künftig noch größeres Augenmerk legen müssen, um alle gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen. Die Qualitätssicherung ist nur ein Punkt, den sich der neue Mann in der Chefetage des traditionsreichen Schlittenbauers in Geschwenda (Ilm-Kreis) auf die Fahnen geschrieben hat.
Sein Vorgänger geht zum Jahresende mit 70 in den Ruhestand. Doch KHW ohne Dieter Fischer? Für viele im Unternehmen unvorstellbar. War er es doch, der in dem 1948 gegründeten Betrieb am längsten die Zügel in der Hand gehalten hat. Der nach der Wiedervereinigung mit "Mut und Weitsicht" auf ein Produkt gesetzt hat, das sich bis heute erfolgreich am Markt behaupten kann: Allein vom "Mini-Bob" verkauft KHW in diesem Jahr 65 000 Stück. Kein Jahr ging ins Land, in dem nicht mindestens ein neu-designter Rodel in Geschwenda von Band lief. Selbst in schwierigen Zeiten hat er den Bettel nicht hingeschmissen und seine Leute mit Kurzarbeit bei der Stange gehalten.
Erschienen im Ressort Wirtschaft am 15.12.2010 00:00

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