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Autor: Skiverein Eintracht Frankenhain e.V.
Der Ilmkreis-Winter 2009/10 unterm Strich - Ergebnisse und Tendenzen bei Eintracht Frankenhain von Ralf Brückner
Frankenhain - In diesem Winter rückte der SV Eintracht Frankenhain international einmal mehr ins Rampenlicht, als Vereinsmitglied Erik Lesser beim Weltcup-Debüt in Kontiolahti Zweiter in der Mixed-Staffel wurde - ein starker Auftritt, nicht nur in der Loipe, sondern auch danach vor der Fernsehkamera. Zuvor hatte der Enkel des bekannten Langläufers Axel Lesser (Suhl) bei der EM in Otepää Gold mit der Staffel und Silber in der Verfolgung geholt.
Erik Weick Gesamtdritter
Hinter solchen "Aushängeschildern", zu denen selbstredend auch Olympia-Langläufer Jens Filbrich zählt, steht freilich eines der wichtigsten Thüringer Talentleistungszentren, mit 28 Biathleten der Schüler-AK 11-15 sowie 15 jüngeren Läufern, die noch kein Schießen betreiben. Das Einzugsgebiet reicht bis Langewiesen bzw. Elxleben - in harter Konkurrenz zu anderen Sportarten, die in Nachbarorten z. T. ebenfalls auf höchstem deutschen Niveau betrieben werden, etwa das Gewichtheben in Gräfenroda.
Für die älteren Schüler-Biathleten war der Deutsche Schülercup mit seinen Wettkampfstationen Scheibe-Alsbach, Schönwald, Oberwiesenthal und Ruhpolding der Saisonhöhepunkt. Bester Eintracht-Starter war hier der Langewiesener Erik Weick als Dritter der Gesamtwertung bei den 14-Jährigen. Ihm gelang zwar nur beim Einzel in Scheibe-Alsbach ein Sieg, "aber mit vier weiteren Podestplätzen war er von den drei deutschen Top-Läufern seiner AK der konstanteste", wie ihm Trainer Uwe Lesser bescheinigte. So trübte das Missgeschick von Ruhpolding, als er eine falsche Strecke benutzte und ausschied, den Eindruck nicht.
Weitere Podiumsplätze beim Schülercup schafften Tobias Heutling (Langewiesen, S 13) und der Frankenhainer Frank Winkler (S 15). Während Tobias nach anfänglicher Nervosität seine besten Rennen in Oberwiesenthal gelangen und er so noch auf Gesamtplatz elf kam, avancierte Frank als Gesamt-Zehnter zum vierten Mal hintereinander zum besten Schützen seines Alters.
Außerdem starteten die Langewiesenerin Lisa Linzmayer (in Scheibe-Alsbach) und Luise Wagner aus Gräfenroda im Schüler-Cup. Luise steigerte sich von Platz 25 (Einzel Scheibe-Alsbach) bis auf Platz 10 (Verfolgung Schönwald) - dann funkte leider ein Armbruch dazwischen, zugezogen bei einer Loipen-Karambolage.
Jennifer Horn Jugendmeisterin
Die Jugend-Biathleten des Vereins starteten im Deutschlandpokal. Jennifer Horn aus Frankenhain (J 18), die in Clausthal-Zellerfeld Deutsche Jugend-Meisterin im Einzel und mit der Staffel wurde, sowie Luise Kummer (J 17) aus Geschwenda schlossen diese Serie jeweils als Gesamtdritte ab. Luise Kummer bescheinigt Trainer Uwe Lesser dabei einen großen Leistungssprung. Junior Robin Belau steuerte Meisterschaftsbronze im Sprint zur Frankenhainer Saisonbilanz bei.
Für die jüngeren Frankenhainer Biathleten ist die - zweigeteilte - Landesmeisterschaft der wichtigste Saisonwettkampf. Beim Einzel in Luisenthal konnten die jungen Eintrachtler ihre Trainer noch nicht überzeugen; dafür legten sie in Scheibe-Alsbach bei Sprint und Massenstart kräftig nach. Erik Weick erwies sich zweimal als Meister im wahrsten Wortsinn. Vizemeister wurden Tobias Heutling (2 x), Max Barchewitz (2 x / Geschwenda, S 12), Michelle Seiler (Gräfenroda, S 12) und Frank Winkler. Bronze eroberten Tim Meyer (2 x / Geschwenda, S 11), Max Barchewitz, Michelle Seiler, Luise Wagner und Frank Winkler. Trainer Uwe Lesser relativiert hier aber: "Die Kinder bringen bei diesen Rennen in der Regel ihr Optimum. Das Problem ist die Nervosität - da kann ich als Trainer dann nicht traurig sein. Wichtig ist vor allem, dass bei ihnen die Grundlagen für eine regelmäßige, engagierte Trainingsarbeit geschaffen sind."
Der "geteilte" Trainer
Dies gilt auch für die Sommer-Periode, die am 9. Mai mit dem Trusetaler Athletiktest als erstem von neun Wettkämpfen beginnt. Zu diesen gehört dann auch wieder der Rolf-Schumann-Gedächtnislauf in Frankenhain am 21. August.
Biathlon ist nach wie vor populär; viele der jungen Sportler nehmen weite Wege zum Training in Kauf. Aber der Anspruch der Frankenhainer, bei Schülern keinen Interessenten wegzuschicken, steht und fällt mit Trainern und Betreuern. Und daher wird es als unbefriedigend empfunden, dass man sich Uwe Lesser mit dem Stützpunkt Tambach-Dietharz quasi "teilen" muss. Der in Gräfenhain lebende Coach ist seit September 2008 nur drei bis vier Tage pro Woche in Frankenhain. Die Lücke schließen Uli Böttner und Jan Hoffmann ehrenamtlich; Paul Böttner stand während seines Freiwilligen Sozialen Jahrs dem Trainer bis Ende August 2009 zur Seite. So lobenswert das ist - Ehrenamtlichkeit hat Grenzen, zumal man sie auch nicht so einfach als gegeben voraussetzen kann. "Es geht um mehr als das Absichern von Trainingseinheiten", so Uwe Lesser. "Es sind Laufzeiten und Schießtechnikentwicklungen zu analysieren, Schlussfolgerungen fürs Training zu ziehen etc." Das ist mit Feierabendtätigkeit nicht zu leisten; Abstriche beim individuellen Training werden unvermeidlich. Ein Handicap, das man in Frankenhain nicht als Dauerzustand akzeptieren mag.