Freies Wort: Ein harter "Super-Sunday" für genormte Schussbahnen Frankenhainer am Schießstand

Datum: Donnerstag 07. Januar 2010 / Kategorie: Presse

Gestern Mittag in der DKB-Ski-Arena: Strahlender Sonnenschein, knackige Kälte, Reif an den Bäumen und eine Schneeauflage, wie sie griffiger nicht sein kann - so macht das Helfer-Leben beim Biathlon-Weltcup natürlich besonderen Spaß. Vor allem am Schießstand, an dem die Top-Biathleten aus aller Welt am Tag vor dem ersten Rennen emsig trainieren. Rainer Schwarz, Mario Milde und ihre fünf Vereinskollegen vom SV Eintracht Frankenhain können das Geschehen leicht entspannt verfolgen: Ihre Hauptarbeit ist erst einmal getan.

Schon seit einigen Jahren sind die Männer aus dem Biathlon-Zentrum von der Nordseite des Thüringer Waldes beim Weltcup als Helfer für den Aufbau des Schießstandes zuständig. Dabei macht ihnen die "vorgeschaltete" Tour de Ski den Zeitplan enorm eng: Auch diesmal wieder kam es nach dem letzten Tour-Rennen zum "Super-Sunday": "So ab sechs Uhr abends beginnen wir, den Schießstand herzurichten, und sind dann etwa bis gegen Mitternacht am Wirken", erzählt Mario Milde. Besonders exakt, mit Wasserwaage und Abzugsbrett, muss vorn an der Schießlinie gearbeitet werden, um eine absolut ebene Fläche fürs Liegend- und Stehendschießen zu bekommen. Das geht bei Frost und griffigem Schnee natürlich leichter als wenn man sich bei Regen mit vereisten Auflagen herumschlagen müsste. Schießbahnen markieren, die berühmten roten Windfähnchen platzieren, die dann bei den Schießprüfungen vom Fernsehen immer so gern ins Bild gesetzt werden - alles genau nach vorgeschriebener Norm, da ist die Internationale Biathlon-Union (IBU) ziemlich konsequent.

Was IBU und Petrus vorgeben...

Es müssen sogar IBU-eigene Matten an den Schießplätzen verwendet werden. Und wenn dann bei der Abnahme vor dem ersten Training der Schießstand-Aufbau dem kritischen Blick des Technischen Delegierten standgehalten hat, können die Frankenhainer Teil eins ihrer Arbeit erst mal abhaken. Nun ist das Training abzusichern - und ansonsten hängt es von Petrus' Launen ab, wie viel Arbeit die Schießstand-Betreuer in der Weltcup-Woche noch bekommen. Mario Milde: "Wenn zum Beispiel viel Schnee über Nacht fällt, kann es sogar schon um vier Uhr mit dem Räumen losgehen - immer abhängig davon, wann am Vormittag das Training angesetzt ist." Es gab aber auch schon Jahre, da mussten sie ackern, um ständig neuen Kunstschnee in die Auflage einzubringen.

Insgesamt 16 Helfer von Eintracht Frankenhain waren gestern bei der Weltcupvorbereitung registriert. "Für diese Biathlon-Woche, mitunter auch schon die Ski-Weltcups zuvor, sind bei den meisten von uns so um die zehn Urlaubstage immer fest verplant", weiß Mario Milde. "Das ist an den Arbeitsplätzen meist auch bekannt." Nur ein Sportfreund musste passen - er arbeitet in Holland und bekam kein Grünes Licht. Im Land der Tulpen muss man wohl erst noch lernen, dass es Anfang Januar eigentlich nichts wichtigeres gibt als den Oberhofer Biathlon-Weltcup ... rab